Mensch mit Behinderung: Dieser Begriff wird verwendet, um zunächst zu sagen: „Wir sind alle Menschen“. Die Behinderung ist ein sekundäres Merkmal, das den Menschen nicht festschreiben kann, das andererseits jedoch auch Teil des alltäglichen Lebens und der Identität dieses Menschen ist.
Mensch mit Handicap: Diese Bezeichnung ist unangemessen, da sie eine defizitorientierte Sichtweise auf Menschen mit Behinderung mit sich bringt: Der Begriff ‚Handicap‘ stammt ursprünglich von einem Tauschspiel, in dem die Wertigkeit von Gegenständen festgelegt wurde und die Person mit dem weniger wertigen Gegenstand ein ‚Reuegeld‘ bezahlen musste. Im Golf steht der Begriff Handicap für die Spielstärke eines Golfspielers, wobei ein hohes Handicap schlecht, ein niedriges Handicap gut ist. Diese Perspektive hebt das Defizit von Menschen mit Behinderung stark hervor und legt eine Wertigkeit fest. Daher empfiehlt sich die Bezeichnung ‚Mensch mit Handicap‘ nicht.
Mensch mit besonderen Fähigkeiten/Bedürfnissen: Dieser Begriff ist als beschönigender ‚Wohlfühlbegriff‘ einzustufen, der jedoch deshalb nicht angemessen ist, da die Fähigkeiten und Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung nicht ‚besonders‘ sind, sondern eine Vielfalt abbilden, die genauso bunt ist, wie unter Menschen ohne Behinderung.
Die Behinderten: Dieser Sammelbegriff impliziert, dass die Behinderung das einzige Merkmal wäre, das Menschen mit Behinderung bestimmt. Er übersieht außerdem die Vielfalt unter Menschen mit Behinderung und tut so als könnte man Aussagen über alle Menschen mit Behinderung treffen.
Behindert: Diese Bezeichnung betont, dass Menschen nicht nur eine Behinderung haben, sondern vor allem durch Faktoren in ihrer Umwelt behindert werden: durch Treppenstufen, fehlende Markierungen auf dem Boden, durch Vorurteile oder Klischees. Behindert und stolz heißt die Autobiografie der Behindertenaktivistin Luisa L’Audace – ‚behindert‘ ist die Selbstbezeichnung vieler Menschen mit Behinderung, um gerade auf die umweltbedingten Barrieren aufmerksam zu machen, durch die sie behindert werden.
Andere problematische Begriffe:
taubstumm: Diesen Begriff für gehörlose/taube Menschen zu verwenden ist schlicht falsch, da sie nicht stumm sind, sondern in einer Sprache kommunizieren, die viele von uns nicht können: Gebärdensprache.
Mehr dazu lesen Sie hier:
www.nicht-stumm.de
Menschen mit geistiger Behinderung: Dieser Begriff wird von Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung zunehmend abgelehnt, da er impliziert, dass der ‚Geist‘ behindert ist und damit eine Abwertung der ganzen Person einhergeht. Viele bevorzugen daher die Bezeichnung ‚Mensch mit Lernbehinderung‘.
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